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Treppenstufen

15. November

Treppenstufen

Lies Psalm 37,23-31

»Au fein! Gebackenes Hühnchen!«, rief Thorsten aus. »Ich bin froh, dass ihr mich zum Abendessen eingeladen habt.« Seine Großeltern lächelten. »Ich habe bemerkt, dass du heute Morgen am Ende des Gottesdienstes nach vorne gegangen bist, Thorsten«, sagte Großvater, als er das Hühnchen weiterreichte. »Gab es einen besonderen Grund dafür?« »Ja, Opa«, antwortete Thorsten. »Weißt du noch, dass ich immer Arzt werden wollte?« Großvater nickte und Thorsten fuhr fort: »Obwohl ich noch ein Kind bin, fühle ich wirklich, dass der Herr mich eines Tages als Missionsarzt haben will. Heute habe ich Ja dazu gesagt.«

Großmutters Augen füllten sich mit Freudentränen, aber Thorsten runzelte leicht seine Stirn, während er nach einem Keks griff. »Aber ich weiß einfach nicht, wie ich das je hinkriegen soll. Mami sagt, dass das Medizinstudium viel Geld kostet, und wir sind ziemlich arm, seitdem Vati tot ist. Ich bin vielleicht nicht klug genug, um Arzt zu werden«, fügte er zweifelnd hinzu. »Bei Gott aber sind alle Dinge möglich«, zitierte Großmutter leise.

Nach dem Abendessen bat Großvater Thorsten, nach oben zu gehen und ein Buch für ihn zu holen. »Mal sehen, ob du es mit einem Sprung nach oben schaffst«, fügte er hinzu, »es sind siebzehn Stufen bis nach oben.« Lachend sagte Thorsten: »Das kann ich nicht.« »Du kannst nur eine Stufe auf einmal erklimmen, nicht wahr – oder vielleicht zwei, seitdem deine Beine so lang geworden sind«, meinte Großvater.

»Mir scheint, dass die Verfolgung deines Ziels, Missionsarzt zu werden, dem Treppensteigen ähnlich ist. Gott erwartet nicht, dass du sofort oben ankommst. Er erwartet von dir, dass du eine Stufe nach der anderen hinaufsteigst.« Gedankenvoll schaute Thorsten die Treppe hinauf. »Ich glaube, dass ein Mensch mitunter noch nicht einmal erkennt, wie er eine Stufe hinaufsteigen soll.«

»Genau da setzt der Glaube an«, erwiderte Großvater. »Wenn der Herr Stufensteigen ansagt, dann hebst du deinen Fuß, indem du darauf vertraust, dass er dir deinen Weg ermöglicht.« »Ich denke, ich bin heute die erste Stufe hinaufgestiegen, als ich Ja sagte«, meinte Thorsten. »Was glaubst du, wird die nächste Stufe sein?« »Wahrscheinlich viel lernen«, deutete Großvater an. »Und die dritte könnte vielleicht sein, dass du einen Halbtagsjob annimmst und Geld sparst.«

Grinsend meinte Thorsten: »Ich gehe wohl besser nach Hause und fange mit der zweiten Stufe an. Wir schreiben morgen eine Arbeit.«

Wie steht es mit dir?

Hast du das Gefühl, Gott möchte etwas von dir, das dir unmöglich erscheint? Er kann dir beim Lernen, Zeugnisgeben, bei Freundlichkeit und Gehorsam helfen – bei allem! Sei empfänglich für die Dinge, die er von dir jetzt und in der Zukunft getan haben möchte. Habe keine Angst, Ja zu Gott zu sagen. Wenn er möchte, dass du etwas tust, dann ist es nicht unmöglich.

Merke

»Bei Gott aber sind alle Dinge möglich.« Matthäus 19,26

Du kannst tun, worum Gott dich bittet!

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