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Tinas Mitleidspfütze

13. Oktober

Tinas Mitleidspfütze

Lies Psalm 40,1-3.16-17

Tinas Gesicht war sogar noch trüber als der strömende Regen, während sie in der Küche saß und aus dem Fenster schaute. »Ich habe mich so sehr bemüht, dieses Mal den Schülerwettbewerb zu gewinnen. Ich wollte, dass du und Vati stolz auf mich seid«, sagte sie, als ihr eine Träne entwischte und wie ein Regentropfen ihre Wange hinunterkullerte.

»Vati und ich sind stolz auf dich, Tina, auch wenn du den Wettbewerb nicht gewonnen hast. Wir wissen, wie sehr du dich angestrengt hast«, erwiderte ihre Mutter in einem beruhigenden Ton. »Außerdem kannst du es das nächste Mal ja wieder versuchen.« »Nein, Mutti, ich bin die ewigen Versuche leid«, erklärte Tina, »es ist sowieso sinnlos.«

Genau in dem Augenblick lief Oliver, ein Nachbarsjunge, die Einfahrt hinauf. Tina und ihre Mutter rangen nach Luft, als Oliver stolperte und hinfiel. Er landete mit beiden Knien in einer Schlammpfütze, aber blitzschnell stand er wieder auf seinen Füßen. »Ich frage mich, wieso Oliver so schnell aufgestanden ist«, meinte Mutter. »Warum ist er nicht für eine Weile in dieser Pfütze geblieben?«

Tinas Augen wurden so rund wie die Schokokekse, die ihre Mutter gerade auf den Tisch gestellt hatte. »Mutti, warum sollte er das tun?«, rief sie aus, »er würde doch nur noch nasser und schmutziger werden – und vielleicht sogar krank!« »Tja, du scheinst auch in einer Pfütze zu stecken, Tina«, erläuterte Mutter, »aber anstatt aufzuspringen, um da herauszukommen, hast du vor, darin zu bleiben und dich zu bemitleiden.«

»Wie meinst du das, Mutti?«, fragte Tina überrascht. »Enttäuschung und Entmutigung führen zu Selbstmitleid«, sagte Mutter, »und Selbstmitleid ist so etwas wie eine Schlammpfütze. Du kannst unglücklich darin liegen und feststecken oder du kannst mit Gottes Hilfe aus dieser Pfütze herausspringen und weitergehen.«

Tina dachte einen Moment lang nach. »Du hast Recht, Mutti«, meinte sie und kaute mit vollen Backen auf einem warmen, zähen Keks. »Ich werde sofort nach oben gehen und meine Hausaufgaben machen. Vielleicht werde ich den Schülerwettbewerb niemals gewinnen, aber mit Gottes Hilfe werde ich wenigstens mein Bestes geben.«

Wie steht es mit dir?

Fährst du mit deinen Bemühungen fort, auch wenn du keine Eins bekommst oder nicht bei einem Wettbewerb gewinnst? Bemitleide dich nicht selbst und verbringe keine Zeit in einer »Mitleidspfütze«. Bitte Gott, dir zu helfen, vorwärts zu gehen und ein Gewinner darin zu sein, dein Bestes zu geben.

Merke

»Alles vermag ich durch den, der mich kräftigt.« Philipper 4,13

Gib nicht auf!

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