Home   Bibelpiloten   Kurzgeschichten   Schwarze Hände in der Wüste

Schwarze Hände in der Wüste

Fröhlich startet die Reisegruppe aus Deutschland von ihrem Hotel in Eilat/Israel in Richtung Halbinsel Sinai zum St. Katharinen-Kloster. Stefan kann es gar nicht fassen. „Mensch, Rüdiger, ich kann’s fast nicht glauben: Wir sind auf den Spuren Israels und Moses!“

Aufgeregt vor Freude und Spannung rutscht Stefan Weidner auf seinem etwas engen Sitz im Omnibus herum. Die Grenzen wurden nach einigen strengen Kontrollen passiert, und nun fährt der ägyptische Vollblutbusfahrer mit Karacho auf der Straße schnurstracks durch die Wüstenlandschaft. Je weiter man ins Landesinnere kommt, um so spärlicher werden Gras, Bäume und Gebüsch.

Mit guten 120 Sachen brummt der Bus so die Wüstenstrecke entlang. Weit und breit ist kein Dörfchen zu sehen, wie man es sonst in europäischen Breitengraden gewohnt ist. Nach 150 km fängt aus unerklärlichen Gründen, mitten in der Pampa und bei 50 Grad kuscheliger Hitze im Innenraum, der Bus an, zu husten und zu stottern. Der Busfahrer fährt rechts heran, steigt aus und begutachtet den Motor. Ein Pfiff und der Reisebegleiter wird dadurch aufmerksam, auch auszusteigen und nachzusehen.

Gemurmel – ein wenig Unruhe herrscht unter den 45 Reisenden. Stefan ahnt nichts Gutes. Plötzlich tritt der Reisebegleiter in den Bus und sagt in gebrochenem Deutsch: „Motor kaputt oder so … Wasser alle, in Motor und für Sie … wir müssen warten …“

Jeder versteht, was los ist. Stefan und Rüdiger hörten genau zu, was nun geschieht. Beide sind am Glauben an Jesus interessiert, haben aber in ihrer Jungschar in Bodelshausen bei Tübingen, wo sie herkommen, vieles nicht ganz ernstgenommen, was die Jungscharleiter sagen. Aber was nun?

Da stehen Reinhard Bausch und seine Frau Martina plötzlich auf und sagen: „Gott hat Mose und Israel geholfen – es ist Gott eine Kleinigkeit, hier ebenfalls zu helfen. Dürfen wir mit allen um die Hilfe Gottes beten?“

Zustimmendes Nicken. Nach dem Gebet sagt Eduard Eberstein, ein junger, kräftiger Kraftfahrzeugmeister: „Laßt mich auch einmal ran – Gott kann durch meine Hände helfen!“ Nach wenigen Minuten ist das Problem gelöst. Ein wichtiges Zuleitungskabel ist locker geworden.

„Gott hat echt in diesem Kabelwirrwarr geholfen, schnell den Fehler zu finden!“ Die ganze Gruppe freut sich. Stefan und Rüdiger schauen sich an.

„War das Zufall? Hilft Gott eigentlich immer so schnell und gründlich?“ fragt Rüdiger so in den Raum hinein.

„Also, komm, jetzt tun wir nicht so großspurig mitten in der Wüste, als wenn Gott nicht groß und mächtig wäre. Danken wir lieber dafür!“ entgegnet Stefan.

„Keine schlechte Idee, Gott die Ehre zu geben“, ergänzt der kräftige Edi Eberstein, „und ich durfte Gott helfen, gut, nicht wahr?“ Dabei hält er seine schwarzen, öl- und rostverschmierten Hände vor das Gesicht von Stefan und Rüdiger.

 

Autor: Ralph Doll

(aus: Voll-TREFFER – pfiffige Zeitschrift für Kids; © Christliche Verlagsgesellschaft mbH Dillenburg)

Zurück zur Übersicht