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Narben, an die man sich erinnert

19. Juni

Narben, an die man sich erinnert

Lies Hebräer 12,5-11

Adam zögerte, als sein Freund Stephan ein Video hoch hielt, dass er sich mit einigen anderen Jungen anschauen wollte. »Komm schon, Adam!«, drängte Stephan. »Bist du ein Drückeberger oder so was?« Adam war neugierig auf den bekannten Horrorfilm, jedoch war er nicht darauf erpicht, die Regeln seiner Eltern zu brechen, was Horrorfilme anbelangte. Gerade vor kurzem hatte er der Regel, im Haus nicht Ball zu spielen, nicht gehorcht und dabei eine Lampe zerbrochen. Obwohl die Lampe repariert wurde, war immer noch ein Riss im Sockel.

»Drückeberger! Drückeberger!«, krakeelten die Jungen. Adam gab nach. Als er nach Haue ging, überrollte ihn eine Welle von Schuldgefühlen. »Wie konnte das passieren, Herr Jesus?«, betete er. »Ich wollte wirklich nicht ungehorsam sein. Ich hätte Nein sagen sollen. Bitte vergib mir.« Dann fühlte er sich besser. Mit einem reinen Gewissen ging Adam zu Bett und schlief sofort ein.

Aber dann kam der Traum – ein schrecklicher Traum, in dem das Monster aus dem Film hinter ihm her war. »Adam, wach auf!« Adam hörte Vaters Stimme durch seine eigenen Schreie hindurch. Vaters Worte waren beruhigend, aber der Schreck saß noch tief in Adam und er konnte nicht aufhören zu weinen. Tränenerfüllt erzählte er seinem Vater von dem Film und wie er diesen Traum herbeigeführt hatte. »Ich habe Gott gebeten, mir zu vergeben. Warum hat er es nicht getan? Warum hat er diesen Traum zugelassen?«, wollte Adam wissen.

»Erinnerst du dich an die Lampe?«, fragte Vater. Adam nickte. »Wir haben dir vergeben, dass du sie zerbrochen hast, aber die Lampe wird immer eine Narbe zurückbehalten – den Riss im Sockel«, erklärte Vater. »Heute Abend hast du Gott um Vergebung gebeten, weil du einen Film gesehen hast, den du nicht hättest sehen sollen. Er hat dir auch vergeben, aber das bedeutet nicht, dass da keine Narben zurückbleiben werden.«

»Der Traum war eine Narbe, nicht wahr?«, fragte Adam. »Ich denke, ja«, meinte Vater. »Obwohl Gott uns vergibt, müssen wir dennoch mit den Folgen unserer Sünde leben. Sie helfen uns, daran zu denken, diese Sünde nicht noch einmal zu begehen. Und sie helfen uns, keine Sünden zu begehen, die noch schlimmere Folgen haben.« Adam dachte über die Lampe und den Alptraum nach – zwei Narben, die ihm halfen, daran zu denken, nicht mehr ungehorsam zu sein.

Wie steht es mit dir?

Hast du einmal etwas Falsches getan, weil du neugierig warst oder weil andere dich dazu gedrängt haben? Nimm Gottes augenblickliche Vergebung an, wenn du deine Sünde bekennst, aber denke auch daran, dass du dennoch die Folgen dieser Sünde erfahren wirst. Sünde ist gefährlich und sie ist nichts, womit man spielt.

Merke

»Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße.« Offenbarung 3,19

Akzeptiere die Folgen der Sünde!

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