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Mehr als Pommes und Ketchup

„Mich haut es aus den Socken: Soviel Geld hast du dabei?“

„Bei uns liegen eben die ‘Kohlen und Mäuse’ lockerer als du sie hast.“ Grinsend blickte Hans-Peter zu Uli herüber. Beide schlenderten sie an den Einkaufsbuden und Ladengeschäften vorbei. Hans-Peter Lichenhart und Uli Lampe verbrachten ihre Schulferien gemeinsam auf einer Freizeit in dem Ostseebad Zingst in Mecklenburg.

„Tja, meine Mutter gibt mir pro Woche 35 Piepen“, sagte Hans-Peter.

„Und was machste damit alles?“

„Pro Monat kauf ich mir eine Computerzeitschrift – die allein kostet schon sieben Eier!“

„Sag mal, hast du eigentlich auch normale Ausdrücke fürs Geld?“

„Geld? Mein Vater verdient seine 6 Mille! Ja, ja, bei uns rollt der Rubel.“

„Du – wenn ich dich so höre, dann wird’s mir ganz schwindelig“, murmelte Uli verzagt. „Mein Papi erhält nicht soviel“, sagte Uli betreten weiter.

„Ach, weißte, meine Ollen zu Hause wissen nicht, wo sie mit den Kröten hinsollen.“ Übermütig trippelte Hans-Peter den herrlichen Sandstrand entlang. „Willste ein Eis?“ fragte Hans-Peter.

„Ich weiß nicht, ob …“

„Ei, hör doch auf. Da haste eines für DM 2,50.“

„Danke!“ sagte Uli.

„Brauchste nicht danke zu sagen. Mein Alter hat’s ja.“

Gerade wollte Uli genüßlich zum Kiosk gehen, da fiel ihm ein Bibelwort aus den Sprüchen, Kap. 17 Vers 16 ein: „Was soll dem Dummen Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, wo er doch ohne Verstand ist.“

„Du, Hans-Peter, dein Eis, dein Geld, deine Sprüche, dein abfälliges Reden über deine Eltern, dein übermütiges Getue – nein, das will ich nicht, Gott mag das nicht, sagt die Bibel.“

„Waas? Bist du etwa fromm?“

„Ich bin Christ“, antwortete Uli. „Und ich gehöre zu den reichsten Eltern der Welt!“

„Wieso – das hast du mir noch gar nicht gesagt?“ Hans-Peter blickte Uli fragend an.

„Da staunst du, stimmt’s? Meine Mutter kann supergut kochen, mein Vater hilft mir, wenn mein Fahrrad kaputt ist. Beide hören mir zu, wenn ich Fragen habe. Am Wochenende spielen meine Eltern mit mir, haben jederzeit eine offene Tür. Sie beten mit mir regelmäßig. Benötige ich sonst noch was, darf ich kommen. Aber etwas Kostbares geben sie mir täglich, nur, es ist so wertvoll, daß man es nicht mit Geld bezahlen kann – rate mal …“

„Öhh, ehem, eine Portion Pommes mit Ketchup täglich am Imbißstand? … Oder eine Eintrittskarte für irgendein Kino … oder?“

„Nichts oder! Sie geben mir ganz viel Liebe!“

Hans-Peter schluckte schwer. „Wie, die lieben dich? Echt?“

„Ganz echt!“

„Und wie sieht es mit Kröt … ähh Geld aus?“

„Pro Woche geben sie mir DM 5,-, und einen Teil spendiere ich einer Missionsgruppe in Thailand.“

„Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt … Bist du noch normal, gescheit und fest am Boden?“

„Ganz und gar, fest und sicher, siehste doch, oder?“

„Und sonst?“ fragte Hans-Peter.

„Und sonst bin ich wahnsinnig glücklich!“

„Ehrlich – ich glaub’, ich träume – stimmt das?“

„Und ob das stimmt!“

 

Autor: Ralph Doll

(aus: Voll-TREFFER – pfiffige Zeitschrift für Kids; © Christliche Verlagsgesellschaft mbH Dillenburg)

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