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Klopfe immer wieder an!

3. Juni

Klopfe immer wieder an!

Lies Lukas 18,1-8

»Amen.« Nachdem Familie Müller ihre abendliche Andacht beendet hatte, streckte Charlotte sich aus. »Jeden Abend beten wir für Frau Gehrmann, aber sie wird nur noch gemeiner«, bemerkte sie, »ich bin es leid, weiter für sie zu beten!« »Ich auch«, meinte Mario zustimmend. »Gestern hat sie mich beschimpft, weil mein Ball in ihren Garten geflogen ist. Ich glaube, sie ist gern gemein.«

»Das ist nur ein Grund mehr, für sie zu beten«, sagte Vater. »Gott sagt, dass wir für diejenigen beten sollen, die nicht nett zu uns sind. Übrigens könnte Frau Gehrmann ihrer Errettung näher sein, als ihr denkt.« Er griff nach seinem Mantel. »Möchte jemand mit mir zum Postamt fahren, um einen Brief aufzugeben?« »Vielleicht Mario«, sagte Mutter. »Ich muss Charlotte die Haare waschen.« »Wir werden nicht lange weg sein«, versprach Vater.

Bald darauf saß Charlotte in der Badewanne und ihr Haar war von schäumendem Shampoo bedeckt. Sie kniff ihre Augen zusammen. »Ich glaube, ich habe die Türglocke gehört«, murmelte sie. Mutter hörte auf, Charlottes Kopfhaut zu schrubben und lauschte. »Ach, du meine Güte«, sagte sie. Sie griff nach einem Handtuch und kippte dabei das Shampoo um. »Nimm es … zu spät! Was für eine Schweinerei!« Sie trocknete ihre Hände ab. »Ich komme! Ich komme!«, rief sie, als es noch einmal klingelte.

Charlotte spähte an ihrer Mutter hoch. Ein Tropfen Seifenwasser rollte in ihr Auge. »Iieehhh, ich habe Seife im Auge!« Mutter gab ihr das Handtuch. »Bleib nur still sitzen«, sagte sie, »ich bin gleich wieder zurück.« Charlotte rubbelte sich vorsichtig das Auge während sie wartete. Nach wenigen Sekunden kam Mutter zurück. »Wer war das?«, wollte Charlotte wissen. Mutter zuckte ihre Achseln und drehte den Wasserhahn auf, um Charlottes Haare auszuspülen. »Ich weiß nicht«, sagte sie, »sie fuhren gerade weg, als ich an die Tür kam. Ich wünschte, sie wären nicht so ungeduldig gewesen.«

Während Mutter das Shampoo aufwischte, wickelte sich Charlotte ein Handtuch um den Kopf. Ihre Mutter lächelte sie an. »Das erinnert mich an unsere Unterhaltung von vorhin«, fügte Mutter hinzu. »Wäre es nicht zu schade, mit dem Beten für Frau Gehrmann aufzuhören, gerade bevor Gott antwortet?« Nachdenklich nickte Charlotte.

Wie steht es mit dir?

Betest du seit langem für einen bestimmten Menschen? Wirst du langsam entmutigt? Hör nicht auf! Bete weiter! Vielleicht ist die Gebetserhörung näher als du denkst! 

Merke

»…, dass sie (die Menschen) allezeit beten und nicht ermatten sollten.« Lukas 18,1

Bete immerfort!

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