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Genug Liebe

11. Dezember

Genug Liebe

Lies 1. Korinther 13,4-11

»Du liebst Katie mehr als mich!«, beschuldigte Jennifer ihre Mutter eines Tages. »Katie bekommt mehr Aufmerksamkeit als ich und mehr zu essen und …« Jennifer wich aus, als ihre Mutter versuchte, sie zu umarmen. »Liebling«, sagte Mutter sanft, »wir müssen miteinander reden. Aber lass uns zuerst eine Liste anfertigen.«

Sie nahm ein Blatt Papier. »Schreib‘ auf der einen Seite all die guten Dinge auf, die du tun kannst. Auf der anderen Seite schreibst du alle Vorrechte auf, die das Baby hat.« Stirnrunzelnd starrte Jennifer auf das Papier. »Zum Beispiel«, meinte Mutter, »kannst du Schlittschuhlaufen gehen – das kannst du aufschreiben.« Das tat Jennifer.

Genau in dem Moment krabbelte Katie auf den Bücherschrank zu. »Nein, nein, Katie«, ermahnte Mutter sie. Aber Katie schüttelte nur ihren Kopf und griff nach einem Buch. »Auszeit«, sagte Mutter streng zu ihr, setzte sie in den Laufstall und stellte den Piepser ihrer Armbanduhr auf eine Minute. »Raus!«, verlangte Katie und fing an zu weinen.

Jennifer schaute sie lächelnd an. »Ich kann alle Bücher anfassen – und den Fernseher und den Videorekorder und die Fernbedienung«, sagte sie, indem sie das auf ihrer Liste vermerkte. Als Jennifer fertig war, zeigte sie die Liste ihrer Mutter. »Du hast aber nicht viel auf Katies Seite geschrieben«, meinte Mutter mit einem Lächeln. »Bist du zu dem Schluss gekommen, dass du mehr Vorrechte hast als Katie?«

Nickend sagte Jennifer: »Viel mehr.« »Hm«, murmelte Mutter. »Tja, nun solltest du vielleicht eine Liste von den Zeiten aufsetzen, in denen du Aufmerksamkeit erhältst, und den Zeiten, in denen Katie sie erhält. Mal sehen, was dabei herauskommt.«

Jennifer dachte einen Moment lang darüber nach. Dann schüttelte sie den Kopf und sagte entschieden: »Ich bekomme genauso viel. Katie muss zweimal ein langes Nickerchen machen und ich kann aufbleiben und verschiedene Dinge mit dir tun.« Dann lachte sie: »Katie hat Vorrechte für Babys, aber ich habe bessere.«

Mutter hob Katie aus dem Laufstall heraus. »Gott weiß, was du in jedem Alter brauchst«, sagte sie, »und er rüstet die Menschen zu – meistens die Eltern -, um sich um deine Bedürfnisse zu kümmern. Sie haben eine Menge Liebe zu geben.«

Sie lächelte Jennifer zu: »Katie hat die Vorrechte, die sie jetzt gerade braucht, und ich denke, deine Vorrechte sind für dich auch richtig. Sie verändern sich und wachsen zusammen mit dir.«

Wie steht es mit dir?

Warst du jemals eifersüchtig auf ein neues Baby? Vergiss nie, dass deine Eltern dich auch nach der Geburt des Babys genauso lieben, wie sie es vorher schon taten. Sie zeigen ihre Liebe für dich und für das Baby nur auf verschiedene Weisen.

Merke

»Als ich ein Kind war, … dachte (ich) wie ein Kind, …; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war.« 1. Korinther 13,11

Danke Gott für die Liebe deiner Eltern!

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