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Eine große Schwester

18. Juni

Eine große Schwester

Lies Matthäus 7,1-5

»Oh, nein!«, rief Nicole, als ihr kleiner Bruder die Zeitschriften vom Kaffeetisch herunterfegte. »Was für ein schrecklicher Tag! Marco hat sein Frühstück heruntergeschmissen, hat versucht, meine Bibel in der Badewanne zu ertränken, und nun das hier.« »Manche Menschen nennen dieses Alter die >schlimmen Zwei<«, meinte Mutter, »aber ich ziehe es vor, sie die >neugierigen Zwei< zu nennen. Es ist ein Alter, in dem die Kinder so viel lernen.«

Nicole half ihrer Mutter, die Zeitschriften wieder aufzuräumen. »Es muss schwierig sein, so einen schlimmen Jungen zu haben nach so einem perfekten Kind wie mir«, sagte sie grinsend. Mutter lachte: »Du wirst die Möglichkeit bekommen, dich selbst in dem Alter zu sehen, wenn Tante Gina kommt. Sie wird ein Videoband mitbringen, das sie in dem Sommer aufgenommen hat, als wir auf ihrer Hochzeit waren.« »Gut«, meinte Nicole lächelnd, »ich werde alles daransetzen, dass Marco zuschaut und sieht, wie sich ein zweijähriges Kind zu benehmen hat.«

In der nächsten Woche versammelte sich Nicoles Familie im Wohnzimmer, um das Video anzuschauen, das vor vielen Jahren aufgenommen wurde. »Oh, schaut mal«, rief Nicole, als sie die Familie auf dem Bildschirm um einen Tisch sitzen sah. »Da sitze ich in meinem Hochstuhl und spreche das Tischgebet. Wie süß!« »Schau noch einmal hin«, sagte Tante Gina. »Das kann ich nicht glauben!« Nicole japste nach Luft. »Ich gieße ja die Milch auf den Boden!« Es kamen noch weitere Szenen.

»Warum liegt der Hund unter dem Stuhl?«, fragte Nicole. »Du hast ihn am Schwanz gezogen«, antwortete Vater. Nicole war schockiert. »Hier bist du für die Hochzeit angezogen«, sagte Mutter. »Wie niedlich!« Nicole lächelte. »So ein hübsches weißes Kleid mit blauen Schleifchen.« Aber einen Moment später sah sich Nicole wieder auf dem Bildschirm – dieses Mal war das weiße Kleid mit braunen Streifen bedeckt. »Gerade als wir in die Gemeinde gehen wollten, warst du draußen und bist durch eine Schlammpfütze gestapft«, erklärte Tante Gina.

Nicole grinste, während Marco auf ihren Schoß kletterte. »He, kleiner Bruder«, sagte sie, »von jetzt an werde ich etwas geduldiger mit dir sein – ich verspreche es!«

Wie steht es mit dir?

Beurteilst du deine kleinen Geschwister zu streng? Wie steht es mit deinen Geschwistern im Herrn – mit den anderen Christen? Du musst auch mit ihnen geduldig sein. Gott möchte, dass sich seine Kinder untereinander helfen, bessere Christen zu werden. Das kannst du jedoch nicht tun, wenn du die ganze Zeit damit verbringst, dich über die Fehler anderer zu beklagen.

Merke

»Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.« Matthäus 7,1

Sei mit anderen Menschen geduldig!

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