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Ein wunderbares Geschenk

23. Dezember

Ein wunderbares Geschenk

Lies Philipper 2,3-8

»Ach, Mutter, ich kann es kaum abwarten, bis Vati nach Hause kommt«, rief Irina voller Begeisterung. »Ich habe so lange auf einen Weihnachtsbaum gewartet – ich bin so gespannt, ihn zu schmücken!« Mutter zögerte. »Irina, Liebling, ich bin nicht sicher …« Sie beendete den Satz nicht. »Vati wird einen holen«, meinte Irina zuversichtlich.

Sie presste ihre Nase gegen das Fenster, um nach Vater Ausschau zu halten. Endlich war er in Sicht, aber sein Kopf war nach unten gebeugt und er trug keinen Baum bei sich. Als er das Haus betrat, streifte er an Irina mit einem kurzen Gruß vorbei. Sie konnte es nicht fassen. Ihr Vater hatte sie im Stich gelassen! Obwohl Irina wusste, dass Weihnachten die Zeit der Erinnerung an die Geburt Jesu war, war ihr nicht nach Feiern zumute. Sie zog es vor, in ihrem Zimmer zu schmollen – und das war genau das, was sie tat.

Ein Stimmengewirr unterbrach bald ihre Gedanken. »Ich fühle mich so mies, dass ich es mir nicht leisten kann, Irina einen Weihnachtsbaum zu besorgen!« Vater klang noch trauriger, als Irina sich fühlte. Sie konnte Mutters Antwort nicht hören. Auf der Stelle hatte Irina einen Plan. Nachdem die Unterhaltung beendet war, ging Irina zu ihren Eltern. »Vati, können wir den kleinen Kunstbaum herausholen, den wir letztes Jahr in Omas Krankenhauszimmer aufgestellt hatten?«, fragte sie. Sie gab vor, aufgeregt zu sein.

Während Irina ihrem Vater half, den kleinen Baum zu schmücken, setzte sie ihr fröhliches Schauspiel fort. »Ich weiß noch, wie wir beide dieses Teil gekauft haben«, sagte sie, als sie den Vogel an den Baum hängte. Der Engel aus vergangenen Jahren erdrückte den kleinen Baum, aber Vater setzte ihn trotzdem auf die Baumspitze. »Deine Mutter und ich haben ihn an deinem ersten Weihnachten gekauft«, erzählte er, so wie er es jedes Jahr tat.

Als sie mit der Arbeit und dem Plaudern fertig waren, hatte sich Vaters Laune gehoben. Und Irina stellte überrascht fest, dass sie gar nicht mehr vorgeben musste, fröhlich zu sein. Ihre Freude war echt. In der Nacht dankte Irina Gott für seine Liebe, indem er Jesus gesandt hatte, um ihr Erlöser zu sein. Am Weihnachtsmorgen würde sie ihre Geschenke öffnen. Sie nahm nicht an, dass sie viele bekommen würde, aber das machte nichts. Sie hatte schon ein wunderbares Geschenk erhalten – die Freude, einen anderen Menschen fröhlich zu machen.

Wie steht es mit dir?

Gibt es irgendetwas, womit du das Weihnachtsfest für einen anderen Menschen fröhlicher gestalten könntest? Indem du mehr Dankbarkeit ausdrückst? Oder deine eigene Wunschliste verkleinerst? Eine Enttäuschung verbirgst? Vergiss nicht, dass die größte Weihnachtsfreude diejenige ist, einem anderen etwas zu geben.

Merke

»Geben ist seliger als Nehmen.« Apostelgeschichte 20,35

Lerne zu geben!

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