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Dreck am Stecken

Was das ist? Na, wenn einer ein Knacki ist. Ein Dauergast hinter schwedischen Gardinen. Noch nicht klar? Ein Verbrecher eben im Gefängnis. Einer, der etwas angestellt hat, gestohlen, betrogen und so. Klar? Also, dieser Junge war schon kriminell. Vielleicht nicht mit bartigrauhem Gesicht und Verbrecherkappe. Aber dennoch ein recht schiefer Typ.

Wie konnte er nur? Sich in so einem piekfeinen Haus danebenzubenehmen. Sklave war er. AchtStundenTag und vier Wochen Urlaub? Haha, da kann man nur lachen. Auf Kommando arbeiten, putzen, rennen, Drecksarbeit in gehobener Klasse. Nach der Pfeife des Hausherrn tanzen  so war’s üblich für die Sklaven. Vielleicht war es bei seinem Herrn einigermaßen erträglich. Aber frei war er nicht. Nix mit Opasesselbequemlichkeit. Das stank ihm. Aber kein Grund, seinen Herrn Philemon zu beklauen. Was er wohl sonst noch angestellt hat? Wer so was macht, das ist klar, gehört in den Bau (Gefängnis). Wie heißt es im Sprichwort: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.“

Irgendwo in Rom wurde er dann geschnappt. Die römische Kripo kannte keine Gnade. Vielleicht hat er in Rom, dieser schon damaligen Weltstadt, nochmals was angestellt. Sünde kennt ja keine Bremse. Und dann war er dort, wo diese Sträflinge hinkommen: hinter Schloß und Riegel. Onesimus hatte ein verpfuschtes Leben.

Eine Mixerei aus Enttäuschungen, Schuld und ohne Zukunft  ein sinnloses Leben. Doch solche menschlichen Katastrophen und Niederlagen sind großartige Gelegenheiten, die einer benutzt. Es ist der Herr Jesus Christus. Er kann so einen verfahrenen Karren, wie man sagt, aus dem Dreck der Sünde herausziehen.

Wie er das bei diesem Knacki Onesimus machte? Nein, nicht Mister Zufall saß im Gefängnis, sondern ein älterer Herr. Dieser saß wegen seines Glaubens an Jesus Christus dort. Und was redete er da? Vergebung, neu werden, glasklares Leben? Vom Kreuz redete er. Tja, nur Schwerverbrecher und Mörder kamen dort hin. Diese Hinrichtungsart war eine der Spezialitäten der römischen Herrschaft damals und besonders für Leute, die viel „Dreck am Stecken“ hatten: Raubmörder, Totschläger, Beleidiger der Regierung von Rom. Und dieser Jesus? Er hatte keinen Dreck am Stecken. Aber er hatte es abgesehen auf alle Leute, die Schuld hatten. Und wer waren diese Leute?

Dieser alte Mann Paulus erklärte: „Damit meinte Gott auch dich und alle Leute dieser Welt. Jesus Christus starb, damit deine Schuld, die Trennung von Gott, vergeben und überwunden würde. Und weshalb? Aus Liebe zu allen Menschen. Alles kann gut werden, wenn Jesus unser Leben verändert. Obwohl gefangen, doch wirklich frei. Frei von Schuld.“ Das war bestimmt kein FünfMinuten Gespräch. Doch Onesimus begriff: Alles Krumme kann Jesus gerade machen. Alle Schiefheiten und aller Krimskrams meines Lebens kann okay wer-den. Trotzdem wäre immer noch menschlich manches in Ordnung zu bringen und vielleicht sogar eine dicke Entschuldigung fällig bei dem, den ich beleidigt habe.

Wem Jesus heute vergibt, bei dem kann auch alles wieder astrein werden. Und das bei jedem Menschen, ob viel … oder weniger „Dreck am Stekken“. Jeder hat Jesus Christus nötig. Jeder braucht Jesu Vergebung … Stimmt’s, Onesi…äh … Michael, Oliver, Janette oder Kerstin …?

 

Autor: Ralph Doll

(aus: Voll-TREFFER – pfiffige Zeitschrift für Kids; © Christliche Verlagsgesellschaft mbH Dillenburg)

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