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Dosen-Denni

„Hey, Olli, machste beim Fußballspiel mit?“ fragte Dennis, genannt „DosenDenni“, weil er immer alte Dosen sammelte. Dieser Dennis Kirchner war anders als die anderen in der Schillerstraße, wo er wohnte. Er wollte hilfsbereit sein, wo es ging. Seine Mutter war ihm da ein Vorbild. Besonders nett war er zu Oliver Braun. Ollis Eltern hatten öfter Zuhause heftigen Streit. Deswegen rannte Olli dann auf die Straße, drei Häuser weiter zu Dennis. Dennis war der einzige, der ihn nicht auslachte, sondern verstand. Ein herzhaftes Klopfen auf den Rücken gab Olli wieder Mut. Fiel Olli mal bei 50,5 km pro Stunde mit seinem Fahrrad, Marke „Bombe“, im hohen Bogen in den gepflegten Erdbeergarten von Oma Hausmann  Dosen-Denni fing das Donnerwetter von Frau Hausmann ab.

Eines Tages kam Dennis in Schwierigkeiten. In der 7a der FriedrichLangRealschule gab es heißen Trubel. Die Luft konnte man mit der Blechschere durchritzen. „‚DosenDenni‘ hat den Fred verpfiffen“, raunte man in der Klasse untereinander. Vor Fred duckte sich jeder. Keiner wagte es, Fred zu beleidigen, denn der hatte zwei Zentner Muskeln in den Armen. Fred guckte bei Dennis immer schief von der Seite ins Heft und schrieb ab. Sei es bei Mathe oder beim Diktat.

„So geht’s nicht weiter“, platzte Dennis höflich, aber entschieden vor Fred heraus. „Das ist Lüge pur, wenn ich dich weiter abgucken lasse“, sagte Dennis zu Fred.

Dennis hatte drei Wochen vorher in einer Jungscharwoche den Herrn Jesus Christus eingeladen, in sein Leben zu kommen. Seither wehte ein neuer, frischer Wind bei Dennis.

„Was ist mit dir los?“ fletschte Fred grimmig wie eine Raubkatze durch die Zähne.

„Ich kann es einfach nicht mehr zulassen, daß ich dich abschreiben lasse. Das ist Sünde. Ich gehöre seit einiger Zeit Jesus Christus und will nun tun, was er sagt. Und ich weiß jetzt sicher, daß das meinem Herrn nicht gefällt“, bezeugte Dennis. „Ich helfe dir sehr gerne, Fred, wenn du zum Lernen Hilfe benötigst, aber mit dem dauernden Abschreiben hat’s ein Ende, Punkt und aus!“ Fred explodierte fast vor diesem Dennis. Blutrot im Gesicht setzte er schon zum Faustschlag an.

Plötzlich rannte Olli dazwischen. Olli war sonst eher still und zurückgezogen. Doch nun konnte er seinen Dennis nicht alleine lassen.

„Na, Mister Mundtot“, wie Olli sonst von Fred und den anderen genannt wurde, weil er nie etwas sagte, „was willst du denn?“ Olli konnte sich nicht mehr halten. Voller Mut schrie er so laut, daß fast das Bild des Bundespräsidenten von der Wand fiel.

„Hört bloß auf, das sage ich euch!“ rief Olli in die Menge hinein. „Dennis ist der einzige von euch, der zum Hausmeister rennt, um mir ein Pflaster zu holen. Ja, DosenDenni hat Zeit für mich, wo jeder nur vor dem Fernseher hockt, und im Schwimmbad springt er mit mir vom 10m-Brett, weil ich mich nicht alleine traue.“ Oliver Braun war nicht wiederzuerkennen. Noch lauter rief er in die um Fred versammelte Gruppe hinein: „Wenn Dennis so einen tollen Gott hat, wie Dennis es vorlebt und sich verhält, dann will ich ab heute auch so einen Gott haben. Jawohl: Herr Jesus, komm in mein Leben. Ich will zu dir gehören, ich brauche dich, ich will auch so werden wie Dennis!“

Alle Leutchen rund um Fred erschraken. Fred wurde zum Fredchen. Von Mister Mundtot hätte man so eine klare Entschiedenheit nicht erwartet. Von jedem, nur von Olli nicht. Manche schauten beschämt zu Boden. Andere liefen weg, einige entfernten sich von Fred still und lautlos. Allen jedenfalls blieb die Spucke weg. Auch Dennis. Er hatte jetzt nicht nur einen Freund in der Not, sondern auch einen rechten Kameraden gefunden. Und das Pünktchen auf dem „i“ war das Bekenntnis zu Jesus Christus. DosenDenni und der „NichtMundtotOlli“ wurden ein feines Gespann  Christen, die gemeinsam auf Jesus hörten.

 

Autor: Ralph Doll

(aus: Voll-TREFFER – pfiffige Zeitschrift für Kids; © Christliche Verlagsgesellschaft mbH Dillenburg)

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