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Die zerbrochene Eierschale

1. Januar

Die zerbrochene Eierschale

Lies Jakobus 3,2-10

»Ich hasse dich, Alexander!«, schrie Tom. »Komm nie wieder in mein Zimmer! Du bist ein Dieb!«

»He da«, rief Großvater vom Flur her kommend. »Was soll das Geschrei?«

»Tom sagt, dass ich seine Schere gestohlen habe, aber das ist nicht wahr«, rief Alexander aus seinem Zimmer. »Er ist ein Lügner und er soll sich auch besser von meinem Zimmer fern halten!« Alexander knallte seine Tür zu.

Mit einem Seufzer überprüfte Großvater den Zwischenfall. Es dauerte nicht lange und er entdeckte Thomas‘ Schere auf dem Flurtisch. Mit bösen Worten beschuldigten sich beide Jungen gegenseitig, sie dort liegen gelassen zu haben.

»Ruhe!«, befahl Großvater. Er deutete ihnen an, ihm zu folgen und ging in die Küche voraus, wo er ein Ei und eine leere Teetasse auf die Arbeitsfläche stellte. »Alexander, du schlägst das Ei in die Tasse«, sagte er. Die Jungen wunderten sich, was er damit bezweckte, aber Alexander gehorchte. »Nun«, meinte Großvater, »Tom, du tust das Ei wieder zurück in die Schale – so wie es war.

«Tom runzelte seine Stirn. »Was meinst du damit?«, fragte er. »Das ist unmöglich, Opa. Man kann doch ein zerbrochenes Ei nicht wieder ganz machen.«

»Wie ein geplatzter Luftballon, nicht?« Großvater lachte in sich hinein. Dann wurde er ernst. »Der Punkt ist, dass es da noch etwas wie einen geplatzten Luftballon gibt – etwas, das auch nicht leicht geflickt werden kann. Ich denke da an Gefühle. Ihr Jungs habt euch gegenseitig hässliche Dinge gesagt. Es ist ebenso unmöglich, Worte zurückzunehmen, wie ein Ei wieder ganz zu machen.« Die Jungen fühlten sich schlecht. »Vergesst niemals, wie schädlich Worte sein können«, belehrte Großvater sie. »Gott sagt, dass die Zunge wie ein Feuer ist, das nicht gelöscht werden kann. So viel Schaden können Worte also anrichten. Selbst wenn du sagst, dass es dir Leid tut, verschwinden sie nicht.«

»Es tut mir trotzdem Leid«, sagte Tom zu seinem Bruder.

»Äh … ja … mir auch«, erwiderte Alexander. »Du kannst in mein Zimmer kommen, wenn du willst.«

Wie steht es mit dir?

Bist du vorsichtig mit den Worten, die du aussprichst, oder sagst du Dinge, bevor du  nachdenkst? Selbst, wenn du meinst, dass es dir Leid tut, kann die andere Person noch
an jene Worte denken, die du gesagt hast. Bitte Gott, dir zu helfen, deine Zunge zu zähmen!

Merke

»Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe.« Epheser 4,29

Denke nach, bevor du sprichst!

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