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Die Wunschliste

14. November

Die Wunschliste

Lies 1. Chronik 16,25-29

»Darf ich heute Abend zu Hause bleiben, statt in den Gottesdienst zu gehen?«, fragte Jochen eines Sonntagabends. »Ich möchte mir das wichtige Spiel im Fernsehen ansehen.«

»Nein«, sagte Vater entschlossen. »Gott anzubeten ist wichtiger als irgendein Fußballspiel.« »Aber wir sind doch heute schon einmal in die Gemeinde gegangen«, murrte Jochen. »Wo steht denn in der Bibel, dass wir zweimal hingehen müssen?«

Vater setzte sich hin und sagte: »Das ist eine berechtigte Frage, aber die Antwort könnte schwer zu verstehen sein. Wie du weißt, sagt die Bibel, dass die Gläubigen sich versammeln sollen. Auch die frühen Christen trafen sich so oft wie möglich, sogar jeden Tag. Aber Gott hat uns keine genaue Anweisung gegeben, wie viel Zeit wir in der Anbetung verbringen sollen – weder in der Gemeinde noch allein.« »Warum nicht?«, fragte Jochen. »Wenn das so wichtig ist, warum hat er es dann nicht festgeschrieben?« »Vielleicht, weil er möchte, dass wir ihm aus Liebe dienen und nicht nur aus Pflichtbewusstsein«, gab Vater zu bedenken.

Obwohl Jochen immer noch murrte, machte er sich für den Gottesdienst fertig. Als er zurückkam, reichte Vater ihm einen Zettel und sagte: »Während du dich umgezogen hast, habe ich etwas für dich aufgeschrieben.« Laut las Jochen vor: »Angelschnur, Jägersocken, Erfrischungswasser, Schreibmaschinenpapier …« Indem er aufschaute, sagte er: »Da stehen zwanzig Dinge auf der Liste. Wofür sind die?« »Das ist meine Wunschliste – ich möchte, dass du mir diese Sachen kaufst«, erklärte Vater. »Besorge mir das erste Teil zu Weihnachten, das nächste zu meinem Geburtstag, das andere zu Ostern und so weiter.«

»Aber Vati!« Jochen runzelte die Stirn. »Wenn ich dir etwas kaufe, weil du sagst, dass ich es tun soll, dann ist das doch kein richtiges Geschenk.« »Das ist wahr«, stimmte Vater zu. »Vielleicht verstehst du jetzt, was ich dir vorhin zu sagen versuchte, weshalb Gott uns keine genauen Anweisungen gibt, wann, wo und wie wir ihn anbeten sollen. Wenn er das gemacht hätte, dann bestünde unsere Anbetung mehr aus Pflichtbewusstsein als aus Liebe.«

Er lachte in sich hinein und meinte: »Glaubst du wirklich, ich wollte, dass du mir ein Geschenk kaufst, nur weil ich es dir gesagt habe?« »Nein«, antwortete Jochen, »und ich verstehe, was du meinst, Vati.« Dann grinste er: »Ich bin froh, dass ich dieser Liste nicht folgen muss, aber ich werde sie behalten. Vielleicht brauche ich ja irgendwann einmal eine Idee.«

Wie steht es mit dir?

Beschwerst du dich darüber, dass du Bibelverse auswendig lernen, »stille Zeit« im Gebet verbringen oder in den Gottesdienst gehen sollst? Gehst du nur dann in die Anbetung, wenn du »musst«? Falls ja, dann betest du Gott wahrscheinlich überhaupt nicht wirklich an. Er ist so wundervoll und hat so viel für dich getan. Bete ihn aus Liebe an, mit deinem ganzen Herzen!

Merke

»Gebt dem HERRN die Ehre seines Namens! Bringt Speisopfer und kommt vor sein Angesicht! Betet den HERRN an in heiliger Pracht!« 1. Chronik 16,29

Bete aus Liebe an, nicht aus Pflicht!

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