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Die Erinnerungsdecke

3. November

Die Erinnerungsdecke

Lies Jesaja 55,6-11

»Die wird bestimmt hübsch, wenn sie fertig ist«, sagte Adriane, während sie ihrer Mutter bei der Arbeit an einer Patchworkdecke zuschaute. Lächelnd erwiderte Mutter: »Das hoffe ich. Dies ist für mich eine ganz besondere Arbeit.«

Sie hob ein paar Stoffquadrate auf. »Erkennst du diese Stoffteile?« »Einige davon sind Reste von Kleidern, die ich einmal getragen habe, stimmt’s?«, fragte Adriane. Mutter nickte: »Ja, und sie erinnern mich daran, dass Gottes Wege die besten sind. Siehst du, ich war früher immer sehr enttäuscht und wütend, wenn ich nicht meinen Willen bekam. Ich habe mich sogar über Gott geärgert, wenn er meine Gebete nicht so beantwortet hatte, wie ich es wollte.«

»Wirklich?«, fragte Adriane, begierig, Mutters ganze Geschichte zu hören. »Wie erinnern dich diese Deckenteile daran?« »Nun ja«, meinte Mutter, »bevor du zu uns kamst, wollte ich unbedingt ein kleines Baby haben. Ich betete dafür, dass wir sofort eines adoptieren könnten. Aber es tat sich nichts. Dein Vater und ich haben gebetet und gebetet und wir haben gewartet und gewartet. Manchmal war ich wütend auf Gott, weil er mir nicht meinen Willen gab.«

»Aber dann habt ihr mich bekommen«, sagte Adriane. »Genau das ist der Punkt«, meinte Mutter lächelnd. »Ich habe meinen Willen nicht bekommen. Ich habe Gottes Willen bekommen und der war viel besser. Er hat uns so viel beigebracht in den Jahren des Wartens. Wir haben viel über Geduld gelernt und darüber, Gott zu vertrauen, dass er das Beste für uns bereithält. Und dann, wie du sagtest, haben wir dich adoptiert.«

»Wenn ihr vorher ein Baby bekommen hättet, dann hättet ihr wahrscheinlich nicht mich bekommen«, meinte Adriane. »Das ist richtig«, stimmte Mutter zu. »Deshalb ist diese Decke so eine besondere Arbeit für mich. Ich nähe viele Erinnerungsstücke aus deinem Leben zusammen. Das ist meine Art, mich daran zu erinnern, wie wundervoll Gottes Wille für mich war – und ist.«

»Jedes Mal wenn ich unglücklich werde, weil Gott die Dinge nicht nach meinem Willen tut, dann werde ich versuchen, auch daran zu denken«, versprach Adriane lächelnd.

Wie steht es mit dir?

Bist du geduldig, wenn die Dinge nicht nach deinem Willen geschehen? Oder willst du die Dinge dann haben, wenn du sie haben willst? Bitte Gott, dir zu helfen, seinen Willen zu wollen und ihn anzunehmen. Vertraue ihm, weil du weißt, dass sein Weg der beste ist.

Merke

»Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.« Jesaja 55,9

Habe den Wunsch nach Gottes Willen!

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