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Der vorgedruckte Brief

17. August

Der vorgedruckte Brief

Lies Hebräer 4,14-16

»Rate mal, was passiert ist, Mutti!«, rief Daniel laut, als er mit seinem Vater vom Fußballspiel nach Hause kam. »Ich habe einen Spieler getroffen und er hat mir sogar ein Autogramm gegeben. Stell‘ dir vor, einen richtigen, lebendigen Fußballstar zu treffen! Ich werde sein Autogramm morgen in die Schule mitnehmen. Die Kumpels werden nicht glauben, dass ich mit ihm befreundet bin!«

»Ich würde ihn kaum als deinen Freund bezeichnen, Junge«, meinte Vater. »Schließlich hast du ihn nur einmal getroffen. Und er trifft eine Menge Leute. Wahrscheinlich erinnert er sich noch nicht einmal an deinen Namen.« »Ich wette, er tut’s doch«, meinte Daniel beharrlich. »Ich werde ihm morgen einen Brief schreiben und abwarten, ob er mir zurückschreibt.«

Einige Wochen später kam Daniel von der Schule heim und fand einen Brief an ihn vor. »Der ist von meinem Freund aus dem Stadion!«, freute er sich. Er grinste breit, als er den Umschlag aufriss. Einen Moment später jedoch verschwand sein Lächeln. »Ach, es ist nur ein vorgedruckter Brief«, murrte er. »Er hat ihn noch nicht einmal unterschrieben. Das hier ist nur eine aufgedruckte Unterschrift.«

Als sich die Familie zum Abendessen hinsetzte, bat Vater Daniel, das Tischgebet zu sprechen. Daniel beugte seinen Kopf. »Danke, Vater, für dieses leckere Essen«, murmelte er schnell. »Danke für deine vielen Segnungen. Hilf uns, deinen Willen zu tun. In Jesu Namen. Amen. He, Vati, ich habe heute einen dummen, vorgedruckten Brief von dem Fußballer bekommen.«

Vater überflog den Brief. »Wieso, der ist doch sehr nett«, meinte Vater. »Er ist gut geschrieben, gut getippt und er ist fast eine Seite lang.« Überrascht schaute Daniel Vater an: »Na und?«, fragte er. »Mir wären zwei von ihm persönlich gekritzelte Zeilen lieber gewesen. Dann hätte ich wenigstens gewusst, dass er es ehrlich meint.«

»Ich verstehe«, sagte Vater und fügte hinzu: »Daniel, glaubst du nicht, dass Gott sich wegen deiner Gebete genauso fühlt?« »Wegen meiner Gebete?«, fragte Daniel überrascht. Vater nickte. »In der letzten Zeit scheint es so, als würdest du dieselben Sätze einfach so dahinsagen, ohne sie ehrlich zu meinen«, sagte er. »Meinst du nicht, Gott würde lieber ein einfaches, ehrliches Gebet hören wollen anstatt eine Menge leerer, unpersönlicher Worte? Denke darüber nach, was du sagst, wenn du betest. Gott verdient mehr als nur ein >vorgedrucktes< Gebet.«

Wie steht es mit dir?

Betest du ohne viel Bedeutung? Neigst du dazu, dieselben Worte und Sätze immer wieder zu wiederholen? Gott mag keine »vorgedruckten« Gebete! Tritt in Ehrfurcht und Demut vor Gott. Sage ihm, was du wirklich fühlst. Gott ist nicht nur ein Name oder ein Gedanke – er ist eine wirkliche Person. Sprich persönliche Gebete!

Merke

»Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen.« Matthäus 6,7

Bete aufrichtig!

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