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Der Unfall

8. Februar

Der Unfall

Lies Römer 14,7-13

Esther war in trüben Gedanken wegen Onkel Wolfgang. Er war im Krankenhaus, vielleicht lag er im Sterben. »Judith«, flüsterte Esther, »schläfst du schon?« »Nein«, kam die Antwort aus dem anderen Bett. »Ich wünschte, Mami und Papi würden vom Krankenhaus nach Hause kommen.« »Papi meinte, dass der Fahrer des anderen Autos betrunken war.«

Esthers Stimme brach ab. Sie schluchzte leise. »Wie kann der Mann es wagen zu trinken und dann zu fahren! Onkel Wolfgang stirbt vielleicht und der andere Mann läuft völlig gesund herum.« Als ihre Eltern endlich nach Hause kamen, waren die Mädchen immer noch wach.

Vater kam und kniete sich zwischen ihre beiden Betten. »Zuerst«, sagte er, »sollt ihr wissen, dass es Onkel Wolfgang etwas besser geht. Und ich habe heute Abend den Fahrer des anderen Wagens kennengelernt. Es tut ihm sehr Leid und er ist zutiefst bestürzt.«

»Das sollte er auch sein! Man sollte diesen Mann ins Gefängnis werfen – für immer!«, tobte Judith. »Er muss vielleicht ins Gefängnis.« Vater nahm Judiths Hand in seine. »Er sagte, er wäre ein Christ»

»Das glaube ich nicht!«, unterbrach Esther ihn. »Er sagte, seine Freunde hätten ihn zum Trinken überredet«, erklärte Vater. »Er hätte ablehnen können, aber er tat es nicht. Jetzt tut es ihm sehr Leid, aber er kann nicht ungeschehen machen, was heute Abend passiert ist. Er weiß, dass er Bestrafung verdient.«

»Aber kein Christ würde tun, was er getan hat!«, empörte sich Esther. »Auch Christen sündigen«, erinnerte Vater sie. »Weißt du noch, wie du letztes Jahr Süßigkeiten aus dem Laden an der Ecke gestohlen hast?« »Ja«, gab Esther zu, »aber das ist doch nicht dasselbe! Ich habe niemandem wehgetan!«

»Warum ist deine Freundin Sarah für lange Zeit nicht mit uns zur Sonntagsschule gekommen?«, fragte Vater. Esther wollte nicht antworten. »Sie meinte, ich wäre nicht anders als sie, nachdem ich die Süßigkeiten gestohlen hatte«, sagte sie schließlich. Sie seufzte.

»Egal was unsere Sünde ist, es betrifft immer irgendjemanden, nicht wahr, Papi?« »Genauso ist es«, erwiderte Vater, »Erinnere dich immer daran!«

Wie steht es mit dir?

Denkst du, deine Sünde tut niemandem weh? Jede Sünde, die du begehst, beeinflusst andere. Alkohol, Drogen und Diebstahl haben ganze Familien zerstört. Aber auch andere Dinge wie Notlügen, Betrug und Unfreundlichkeiten haben Verletzungen verursacht. Eine einzige Sünde kann deinem Zeugnis schaden und es einem anderen Menschen schwer machen, zu Jesus zu finden.

Merke

»Denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst.« 2. Korinther 14,7

Sünde beeinflusst andere!

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