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Das Andenkenkästchen

21. Mai

Das Andenkenkästchen

Lies Offenbarung 21,1-4

Anke schaukelte gemächlich im Lieblingssessel ihrer Großmutter. Jedes Mal, wenn Anke ihre Großeltern besuchte, dann rief Großmutter sie gewöhnlich, um ihr bei der Vorbereitung eines kleinen Imbisses zu helfen. Heute rief Großmutter sie nicht.

»Wie geht’s in der Schule?«, fragte Großvater. »Gut«, meinte Anke. Sie schaute auf das Bild ihrer Großeltern, das an der Wand hing. Sie schloss ihre Augen fest zu und hoffte, dass Großmutter da stehen würde, wenn sie sie wieder öffnete. Aber das konnte natürlich nicht passieren.

»Du vermisst Oma, nicht wahr?«, fragte Großvater ruhig. Eine Träne lief Ankes Wange herunter. »Ich vermisse sie auch«, sagte er traurig. »Manchmal möchte ich ihr in der Küche etwas zurufen. Es ist schwer zu verstehen, das sie nicht mehr hier ist.«

Er öffnete eine Schreibtischschublade und holte ein Kästchen hervor. »Aber schau«, sagte er und nahm ein Bild heraus, das Anke ihrer Großmutter gemalt hatte. »Wenn ich ganz besonders traurig bin, dann schaue ich mir dieses Andenkenkästchen durch. Bei jedem Andenken spreche ich ein Gebet und danke Gott dafür, dass ich diese Zeit mit Oma verbringen durfte.«

Anke schaute sich die Sachen in dem besonderen Kästchen an. »Hier ist ein Bild von Oma, wie sie vorne Blumen pflanzt!«, rief Anke erfreut. »Sie hat immer den hübschesten Garten gehabt.« »Wollen wir Gott dafür danken?«, bat Großvater. Anke nickte. »Vater«, betete er, »ich danke dir so sehr für sie. Danke für die Erinnerung an diesen hübschen Garten. Wir wissen, dass Oma jetzt bei dir ist und auch dafür danken wir dir. Hilf uns, auf dich zu schauen, damit wir Kraft bekommen, wenn wir sie so sehr vermissen.«

Ein paar Tränen liefen über Großvaters Gesicht. Er drückte Anke ganz fest an sich. »Ich habe ein Idee«, meinte Anke. Sie stand auf und ging in die Küche. Großvater folgte ihr. Er lächelte, als Anke anfing, Cracker und Käse auf einem Teller herzurichten. »Oma hat mir immer lustige Geschichten erzählt, wenn wir in der Küche zusammen waren«, sagte Anke, »die lustigste war die, wie sie dich kennenlernte«, fügte sie kichernd hinzu. Sie umarmte Großvater. »Lass uns Gott noch einmal danken«, schlug sie vor, »und dann werde ich dir erzählen, was sie gesagt hat.«

Wie steht es mit dir?

Ist jemand, den du liebst, gestorben? Sprich mit Gott darüber, wie du dich fühlst. Er versteht deine Tränen und wird dir helfen, mit dem Schmerz zurechtzukommen. Dann genieße die schönen Erinnerungen, die du an diese Person hast, und danke Gott für die glücklichen Momente, die ihr geteilt habt.

Merke

»Der HERR hat gegeben und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen.« Hiob 1,21

Danke Gott für glückliche Erinnerungen!

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