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Christiane und die Spinnen

19. Oktober

Christiane und die Spinnen

Lies Psalm 37,1-9

»Marlene und Charlotte sind so unausstehlich«, nörgelte Christiane, während sie in der Pause an einem Baum lehnte, »sie beschuldigen immer andere. Sie kommen mit allem durch. Das ist nicht fair!« »Ja, wirklich«, stimmte Dana zu. »Ich wünschte, sie würden einmal erwischt werden!«

Christiane nickte. Plötzlich sprang sie auf. »Iiieeehhh!«, sie rang nach Luft, »eine Spinne!« Lachend meinte Dana: »Mein Bruder sammelt sie, daher erschrecken sie mich nicht. Schau, sie hat eine Fliege gefangen.« »Die Fliege ist im Netz gefangen, aber die Spinne nicht«, bemerkte Christiane. »Genau wie diese Mädchen. Sie bringen andere in Schwierigkeiten, aber sie selbst gehen frei aus.«

Christiane dachte so sehr über die Spinne nach, dass sie im Unterricht die Mädchen fast »Spinnen« genannt hätte.

»Warum werden einige Menschen nicht erwischt, wenn sie etwas Falsches tun?«, fragte sie Mutter an diesem Abend. Sie erzählte Mutter von dem Problem an der Schule. »Diese Mädchen werden nie erwischt. Sie sind wie die Spinnen, die ein Netz bauen und andere Insekten fangen, während sie selbst in Sicherheit sind.«

»Ich habe von der Möglichkeit gehört, dass sich Spinnen in ihrem eigenen Netz verfangen können«, sagte Mutter, »ich weiß nicht, ob das wirklich wahr ist.« »Nun, ich hoffe, dass diese >Spinnenmädchen< gehörig kleben bleiben«, grummelte Christiane. »Eines Tages werden sie es wohl«, versicherte Mutter ihr. »Jede Sünde wird eines Tages von Gott verurteilt werden. Aber es würde mich nicht wundern, wenn diese Mädchen sich nicht schon vorher in ihrem eigenen Netz verwickeln.«

»Gut!«, meinte Christiane wütend. »Du solltest wütend auf Ungerechtigkeit und Sünde sein«, sagte Mutter, »aber lass nicht so viel Bitterkeit in deinem Herzen zu, dass du Menschen leiden sehen willst. Es würde Gott mehr gefallen, wenn du wolltest, dass die Mädchen seine Gnade und Barmherzigkeit kennenlernen.«

»Wenn ich eine Fliege im Spinnennetz wäre, dann würde ich nicht wollen, dass die Spinne Barmherzigkeit bekäme«, begehrte Christiane auf. Mutter lächelte. »Aber du bist keine Fliege«, machte sie deutlich. »Du bist eine Christin in einer Welt, die vom Teufel regiert wird. Sei wütend auf den Teufel, aber bete für die, die unter seiner Macht stehen. Lass nicht zu, dass ihre Sünde dich selber zur Sünde verleitet, indem du wegen des Geschehens verbitterst.«

Wie steht es mit dir?

Wirst du wütend, wenn andere mit ihrem Unrecht davonkommen? Das ist verständlich, aber pass auf, dass dies keine sündige Haltung in deinem eigenen Leben verursacht. Lerne für diejenigen zu beten, die sündigen. Sie brauchen Gottes Barmherzigkeit.

Merke

»Denn die Übeltäter werden ausgerottet; aber die auf den HERRN hoffen, die werden das Land besitzen.« Psalm 37,9

Bete für die Sünder!

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