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Alt und verrunzelt

6. Oktober

Alt und verrunzelt

Lies Psalm 71,9-15.23-24

»Das war wirklich ein interessanter Tag in der Schule«, erzählte André seiner Mutter, die gerade damit beschäftigt war, den Kühlschrank auszuwaschen. »Tatsächlich?«, fragte Mutter. »Was habt ihr denn heute gemacht?« »Wir haben über Euthanasie gesprochen«, erklärte André. »Ich hatte gedacht, Euthanasie wäre so eine chinesische Kindergruppe.«

Mutter lachte: »Erzähl‘ mir mehr über dieses Gespräch.« »Tja, meine Lehrerin, Frau Grant, fragte, was wir wegen der alten Menschen in unserem Land tun sollten«, erklärte André. »Sie meinte, dass die Kosten, die durch all diese Menschen in Pflegeheimen verursacht werden, allmählich zu einem richtigen Problem werden. Wir sollen einen Aufsatz darüber schreiben, was unserer Meinung nach geschehen soll. Sie hat gesagt, einige Menschen dächten, dass wir nicht weiter für ihre Pflege bezahlen sollten. Sie meinen, dass man sie mit einem Medikament töten sollte – sie nannte das Gnadentod – wenn sie alt und nutzlos geworden sind. Das ist es, was Euthanasie bedeutet.«

»Und was wirst du darüber schreiben?«, wollte Mutter wissen. »Ich weiß nicht«, antwortete André. »Ich denke, dass es falsch ist; aber diejenigen, die dafür sind, sagen, dass alte Menschen nicht leben wollen.«

Mutter dachte einen Moment lang nach, während sie das Kühlschrankregal abwischte. Dann nahm sie eine Orange aus dem Kühlschrank und hielt sie André hin. »Iss eine Kleinigkeit, bevor du diesen Aufsatz schreibst«, schlug sie vor. »Probiere diese Apfelsine.« »Mutter!«, rief André aus. »Wie lange hat die da drinnen gelegen? Fünf Jahre? Sie ist alt und braun und verrunzelt!« »Schneide sie auf!«, schlug Mutter vor.

André gehorchte und zu seiner Überraschung stellte er fest, dass die Orange saftig war und süß schmeckte. »Oh, die ist aber gut!«, staunte er. »Richtig«, erwiderte Mutter, »aber du hättest sie fast weggeworfen. Du hättest einen wirklichen Genuss verpasst.«

»Mama, versuchst du mir etwas mit dieser Apfelsine zu sagen?«, fragte André argwöhnisch. »Wenn du deinen Aufsatz schreibst, dann möchte ich nur, dass du daran denkst, dass >alt< nicht >nutzlos< bedeutet«, sagte Mutter liebevoll. »Sogar ein Mensch, der nutzlos erscheint, ist für Gott wertvoll und kann uns die Chance geben, Freundlichkeit und liebevolle Fürsorge auszuüben. Und Gott wird uns dafür belohnen.«

Wie steht es mit dir?

Hast du schon einmal von Euthanasie oder Gnadentod gehört? Das ist Mord. Denke daran, dass alles menschliche Leben für Gott etwas ganz Besonderes ist.

Merke

»Du sollst nicht töten.« 2. Mose 20,13

Beschütze die Alten!

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