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Agenten unter dem Dach

Es war im Jahre 1451 vor Christus. Eine Handvoll mutiger Männer steckten im Lager ihre Pläne ab.

Heimlich mußte es sein. Klammheimlich. Alarmstufe 1.

„Augen auf, Männer, die Sache ist sehr ernst“, sagte der Commander der recht kleinen Armee von Israel. Bis an die Zähne bewaffnet war nämlich das feindliche Land, das es auf Befehl des Oberkommandeurs, dem lebendigen Gott, zu erobern galt.

In den feindlichen Städten hockten die Wächter und Stationsoffiziere und beobachteten eisern die Grenzen. Gnadenlos befestigte Burgen waren im Innern des Landes.

„Gott hat uns dieses Kanaan gegeben. Deshalb ist es sein Land, das uns gehören soll. Gottes Land für uns. Jeder Fingerbreit ist unser. Deshalb: Keine Verhandlungen!“ sagte dieser Nachfolger des Mose im Lager Schittim. Ein Weg zurück? Niemals!

Brenzlig, brenzlig, diese Aufgabe! Das wagen? Das soll man glauben? Das in Angriff nehmen? Werden die Kanaaniter uns nicht über den Haufen rennen? Doch sogar einer mit Gott ist immer in der Überzahl. Das macht Mut.

Ja, Glaube ist sehr teuer. Nein, es geht nicht um Geld und Zinsen. Es kostet nicht mehr oder weniger als … dich selbst.

Der Glaube kostet von dir ein uneingeschränktes „Ja“, ein „Ich will“, ein „Ich gehe aufs Ganze“.

Glaube ist ein Zugeständnis an Gottes Übermacht. Glaube ist Übergabe meines Lebens in Gottes starke Hand.

Und die Leute packten es an. Zwei Agenten Josuas im feindlichen Gebiet als Horchposten in Jericho.

Und dann unter dem Dach einer Frau, die auch nicht gerade den besten Ruf in der Gesellschaft genoß. Doch eine Frau, die wußte, wer diese Männer und dieses Volk waren. Sie hatte ihre Lauscher oft an der Tür, wenn es um Neuigkeiten ging. Sie brachte es bestimmt auch fertig, manches zu wissen, was andere nicht ahnten. Sie war sich gewiß, sogar ganz sicher: Der Gott, der hinter diesem Volk Israel stand, war mächtiger und stärker als alle Mächte und überhaupt alles in dieser Welt.

So versteckte sie im Vertrauen auf Gottes Macht diese Agenten Josuas vor dem Hinrichtungskommando des kanaanitischen Königs.

Sehr gefährlich war’s schon für diese Rahab und für die Agenten Israels – aber wann soll man schon an Gott glauben und ihm vertrauen? In Schönwetterzonen, wenn die Vögel fröhlich zwitschern? Oder wenn eine tolle Stimmung an Deck des Lebensschiffes herrscht?

Rahab glaubte an Gott. Das half ihr. Sie kam durch. Die ganze Familie war gerettet. Weshalb? Weil sie sich rechtzeitig auf Gottes Seite schlug. Das heißt auch Glaube: Zu Gott noch gehen, solange er kein Gericht hält. Und Gericht für die Welt wird es geben, auch wenn man jetzt noch darüber lacht.

Aber schon jetzt kann der lachen, der Gott grenzenlos vertraut – wie Josua, sein Volk, seine Agenten und … Rahab im Jahre 1451 vor Christus.

 

Autor: Ralph Doll

(aus: Voll-TREFFER – pfiffige Zeitschrift für Kids; © Christliche Verlagsgesellschaft mbH Dillenburg)

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